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Happy Birthday, San Precario!

Der 29. Februar ist der Feiertag von San Precario, dem Schutzheiligen aller von Prekarisierung Betroffenen. San Precario wurde 2004 von EuroMayDay-AktivistInnen in Mailand erfunden. Die erste Erscheinung des Heiligen in der Öffentlichkeit war, während der Sonntagsöffnungszeit eines lokalen Supermarktes am 29. Februar 2004. Seitdem wurden Statuen und Bilder von San Precario im Zuge von Sozialprotesten in vielen Städten Europas mitgeführt.

Um auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Modebranche hinzuweisen, wurde im Rahmen der mailänder Modewoche 2005 die fiktive Modedesignerin Serpica Naro (ein Anagramm von San Precario) ins Leben gerufen. Die EuroMayDay-AktivistInnen schafften es dadurch prekäre Arbeitsverhältnisse direkt am Catwalk der internationalen Modewelt sichtbar zu machen.

Vor dem Hintergrund der Analyse, dass traditionelle Interessensvertretungen der ArbeiterInnenbewegung und der etablierten Linken viele Bereiche neuer Arbeits- und Verhältnisse mehr erreichen können, wurde von EuroMayDay-AktivistInnen versucht zeitgemäße Formen der Organisierung und von widerständigen Traditionen – wie den Schutzpatron – zu entwickeln. Gruppen wie die »Chainworkers« (also die »KettenarbeiterInnen«) in Mailand konnten durch unkonventionelle Organizing-Strategien hunderte Angestellte großer Handelsketten organisieren und bei prekären Arbeitskämpfen unterstützen. Wichtige Elemente dieser Organisierungsansätze waren dabei ein konfliktorientiertes Vorgehen und das Produzieren einprägsamer Bilder, um eigene Anliegen medial zu transportieren.

In Österreich wurde San Precario zum ersten Mal von AktivistInnen in Innsbruck aufgegriffen, später erschien der Heilige dann auch verstärkt im Zuge der EuroMayDay Mobilisierungen in Wien. Auch auf der Romaria – Wallfarten in Solidarität mit Flüchtlingen und im Zuge der Proteste gegen den FPÖ-Burschenschafter-Ball ist San Precario schon in Erscheinung getreten.
Weil besonders Frauen von prekären Arbeitsbedingungen betroffen sind, wurde von der GPA-djp “Santa Precaria” 2008 als Schutzheilige ins Leben gerufen. Am 29. Februar 2008 und 2012 kam es unter dem Label “Santa Precaria” in Österreich zu gewerkschaftlichen Aktivitäten rund um das Thema Prekarisierung, auch ein eigener Blog wurde dafür ins Leben gerufen. Mittlerweile hat es San Precario in Österreich auch schon in diverse Ausstellungen geschafft, darunter auch die Dauerausstellung im Technischen Museum unter dem Titel »In Arbeit.«.

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Gebet von San Precario
L’intelligence precaria (vormals Chainworkers; Erfinder_innen von San Precario)

Der Beitrag Happy Birthday, San Precario! erschien zuerst auf Sí se puede!.

Quelle: ¡Sí se puede!, Happy Birthday, San Precario!

Published inEuroMayDayNews